Verarbeitung / Verlegung

Menschen vom Dach sind Experten in ihrem Fach. Sie zeichnen sich durch besonders großes Know-how und herausragende Verarbeitung am Dach aus. Eine dauerhafte und sichere Lösung erhält man nur vom Spezialisten. Deshalb werden regelmäßig Schulungen in Theorie und Praxis durchgeführt: Die neuesten Normen, aktuelle Produkte und fachgerechte Verarbeitung der einzelnen Materialen stehen dabei im Mittelpunkt. Absolventen der Schulungen erhalten das Gütesiegel beziehungsweise die Urkunde Menschen vom Dach.

Theorieschulungen Dach

  • ÖNorm B 3691 Dachabdichtungen
  • ÖNorm B 3692 Bauwerksabdichtung
  • Detaillösungen und Sonderlösungen am Flachdach
  • Schäden am Flachdach
  • Sicherheit am Dach
  • TRVB – RWA - Rauchabzug / Lichtkuppeln
  • Unterdachbahn bei Steildächern
  • Dachentwässerung / Notentwässerung

Praxisschulung Dach

  • Grundlagen Verarbeiterkurs Flachdach (Sucoflex TPO)
  • Profi Verarbeiterkurs Flachdach (Sucoflex TPO)
  • Verarbeiterkurs Steildach - Unterdachbahn (Sucoflex CU)
  • Sonderkurse (Fugenbänder, Anschlüsse, etc.)

Im Dachaufbau müssen die Produkte ordnungsgemäß verarbeitet werden um die Funktion der Abdichtung zu gewährleisten. AMANN bietet nicht nur die Schulungen und die erforderlichen Verarbeitungsgeräte an, sondern auch detaillierte Vorgaben zur Verlegung und Verschweißung. Die Verarbeitungsschritte sind in unserem Verarbeitungshandbuch detailliert dargestellt und beschrieben. Die wichtigsten Punkte finden sich anschließend:

Handschweißung:
Sucoflex Dichtungsbahnen werden mit Heißluft homogen verschweißt. Bei Sucoflex-TPO sind - zur Einhaltung der notwendigen Temperaturkonstanz - nach Möglichkeit elektronisch geregelte Geräte zu verwenden. Die Schweißbreite beträgt mindestens zwei Zentimeter (auch bei Detailanschlüssen). T-Stöße müssen abgeschrägt werden. Vor Arbeitsbeginn ist unbedingt eine Schweißprobe zu erstellen. Alle Schweißnähte sind mechanisch zu prüfen. (z.B. mittels Reißnadel)

  • Handschweißgerät Leister Triac AT
  • Schweißdüse 20 mm
  • Andrückrolle – Silikon oder Teflon für Längsnähte
  • Andrückrolle – Messing für Detailausbildungen
  • Fugenhobel für T-Stöße

Temperaturgrundeinstellung: PVC – 400°C / TPO – 310°C
(abhängig von Witterung und Außentemperatur)



Automatenschweißung:
Bei der Automatenschweißung beträgt die Überlappung in der Fläche acht Zentimeter.
Die Automatenschweißung muss ständig optisch überwacht werden.
Vor Arbeitsbeginn ist unbedingt eine Schweißprobe zu erstellen. Alle Schweißnähte sind mechanisch zu prüfen. (z.B. mittels Reißnadel)
Varimat - Temperatur Grundeinstellung:
TPO – 400°C bis 460°C / 1,8m bis 2,4m/min
PVC – 460°C bis 500°C / 2m bis 3m/min
(abhängig von Witterung und Außentemperatur)
Varimat V2 - Temperatur Grundeinstellungen:
PVC/TPO vorprogrammiert
Uniroof E - Temperatur Grundeinstellung:
TPO – ca. 420°C / 2m/min
PVC – ca. 480°C / 2,5m/min
(abhängig von Witterung und Außentemperatur)
Uniroof AT - Temperatur Grundeinstellungen:
PVC/TPO vorprogrammiert

Kleben:
Sucoflex TPO Dachbahnen: Montagekleber Hochzug Sucofix 5300
Sucoflex PVC Dachbahnen: Montagekleber Hochzug Sucofix 1700, Flächenkleber Sucofix 4400
Beim Kleben sind grundsätzlich die Ablüftzeiten zu beachten. Es sollte nicht unter 10 Grad geklebt werden. Andere Klebstoffe sind vor Verwendung abzuklären.

Reinigen:
Die Überlappung im Schweißnahtbereich muss immer sauber, trocken und staubfrei sein. Bei der Flächenverlegung und sofortiger Verschweißung der sauberen Sucoflex Dichtungsbahnen ist keine Nahtvorbehandlung oder Reinigung notwendig.
Überlappungen im Schweißnahtbereich sollten immer trocken sein.
Leichte Verschmutzungen (Bohrstaub, etc.) mit Tuch entfernen, normale Verschmutzungen mit Sucoclean reinigen. Starke Verschmutzung werden hingegen mit einer Nitroverdünnung gereinigt. Nitroverdünnung immer mit Sucoclean nachreinigen.

Innenecke und Außenecke:
Zur besseren Kontrolle der Schweißnähte wird die Verwendung von Fertigecken (Innenecke und Außenecke – Formteil aus PVC bzw. TPO) empfohlen.
Die Herstellung von handwerklichen Ecken ist grundsätzlich zugelassen. Die Innenecke wird als sogenannte Quetschfalte hergestellt. Wichtig ist dabei die Falte stehend zu schweißen, da bei liegender Falte kleinste Undichtheiten zu Wassereintritt führen können. Die Außenecke wird mit Hilfe eines gedehnten Folienstückes (aus Sucoflex B oder Sucoflex TB) hergestellt. Die Eckausbildung bei Lichtkuppeln erfolgt analog.

Rohreinfassung:
Besonders bei kleinen Durchmessern wird die Verwendung von Formteilen empfohlen. Die Fertigeinfassung wird auf die Abdichtungsfläche verschweißt. Der obere Abschluss sollte mit einem Schrumpfschlauch ausgeführt werden. Größere Einfassungen können auch selbsttätig durch Aufdehnen eines hergestellten Rohres (aus Sucoflex B oder Sucoflex TB) durchgeführt werden. Wichtig dabei ist die Schweißnahtbreite von zwei Zentimeter auch beim Übergang Tableau zu Rohr einzuhalten.

Randfixierung:
Sucoflex Dichtungsbahnen sind bei allen Verlegearten, unabhängig von der Dachgrösse, der Unterkonstruktion und den entsprechenden Schutz- und Nutzschichten, zwingend mit Sucam-Randbefestigungen auszuführen. Die Befestigung der SUCAM-Profile erfolgt in die stabile Unterkonstruktion der Attika oder in die Dach-Unterkonstruktion. Es sind mindestens fünf Befestiger/Laufmeter zu verwenden.

Sucoflex kaschierte Randbleche:
Kaschiertes Blech muss beim Stoß mittels eines Verbundblechs fixiert werden. Eventuell muss zwischen kaschiertem Blech und dem Untergrund ein Dichtungsband montiert werden. Beim Blechstoß einen Abstand von einem Zentimeter frei lassen und ein Blech unterlegen. Um die freie Dehnzone zu gewährleisten ein fünf Zentimeter breites Klebeband unterlegen. Im Anschluss einen mindestens 120 Millimeter breiten Streifen Sucoflex beidseitig auf das kaschierte Blech aufschweißen.

Produkte

Im Dachaufbau müssen die Produkte ordnungsgemäß verarbeitet werden um die richtige Funktion des Unterdaches zu gewährleisten. Die Verarbeitungsschritte sind in unserem Verarbeitungshandbuch detailliert dargestellt und beschrieben. Die wichtigsten Punkte finden sich anschließend:

Die Sucoflex-CU Unterdachbahnen eignen sich für alle Unterdacharten, speziell aber für geneigte Dächer mit erhöhter oder außerordentlicher Beanspruchung. Dank der thermischen Schweißbarkeit von Sucoflex-CU sind fugenlos-homogene Unterdächer realisierbar.

Die Dachneigung sollte mindestens fünf Grad betragen. Bei geringerer Dachneigung sind Maßnahmen wie beispielsweise ein Anschluss mit Sucoflex CU 1,1 mm an kritischen Punkten zu treffen. Vermieden werden muss stehendes Wasser auf der Unterdachbahn. Riskant sind bei ganz flachen Neigungen immer die Konterlatten. Hier muss auf ein hochwertiges Dichtungsband und eine ordentliche Verschraubung geachtet werden. Ebenfalls müssen die Anschlüsse gleich wie die Fläche verschweißt und hochgezogen werden. Von Seiten der ÖNorm B 4119 Unterdächer gibt es jedoch noch eine kleine Einschränkung hinsichtlich Neigung: Das Unterdach sollte die gleiche Dachneigung wie die darüberliegende Eindeckung/Abdichtung aufweisen. Demnach kann sich die Mindestdachneigung auf 2% bzw. in Ausnahmen auf 1% verringern. Sucoflex CU kann beim fugenlosen Unterdach bis zu vier Monate frei bewittert die Notdachfunktion übernehmen. Dauernd sichtbare Teilflächen, zum Beispiel im Trauf- oder Rinnenbereich, sind mit Sucoflex TPO Flachdachqualität oder kaschierten Blechen auszuführen.

Verlegung:
Sucoflex-CU ist mit der rutschhemmenden, bedruckten Oberfläche nach oben auf die Unterlage zu verlegen. In der Regel erfolgt die Bahnenverlegung über den First. Bei Verlegung quer zum First müssen die Bahnen schuppenartig in Neigungsrichtung angeordnet werden. Es können Rollenware oder vorkonfektionierte Planen verwendet werden. Bei der Verlegung über die Sparren gespannt sind vorkonfektionierte Planen von Vorteil. Jede Konterlatte muss mit einem selbstklebenden, durchgehenden Nageldichtungsband versehen werden.

Verschweißung:
Sucoflex-CU Unterdachbahnen werden mit Heißluft homogen geschweißt.
Die Schweißflächen müssen trocken und sauber sein. Verschmutzte Überlappungen sind
mit einem feuchten Tuch, hartnäckige Verschmutzungen mit Sucoclean zu reinigen.
Die Schweißtemperatur beträgt etwa 200-220 Grad.
Bei der Handschweißung beträgt die Bahnenüberlappung 80 mm.
1. Die Überlappung ist durch Schweißpunkte zu fixieren
2. Schweißen der Überlappung im hinteren Bereich (25mm frei)
3. gleichmäßig über Schweißnaht mit Roller verschweißen

An- und Abschlüsse:
Außer am Ortgang werden Anschlüsse an aufgehenden Bauteilen wie Kamine, Dunstrohre, Dachflächenfenster, Gauben usw. mit Sucoflex CU 1,1 Anschlussbahn ausgeführt. Je nach Detail können vorkonfektionierte Formteile wie zum Beispiel Sucoflex-CU Dunstrohreinfassungen die Ausführung vereinfachen.
Beim Übergang zur Dachrinne kann das Sucoflex CU an ein Einlaufblech (optimal aus Sucoflex TPO folienkaschiertem Blech) angeschlossen werden. Zur einfacheren Verbindung sollte ein CU 1,1 mm Streifen eingesetzt werden. Das gleiche gilt für den Übergang von Steildach- zu Flachdachbahn.
Dunstrohre und Kamineinfassungen werden entweder mit Fertigteilen oder der Sucoflex CU 1,1 mm Anschlussbahn ausgeführt. Wichtig ist es, dass die Nähte in Wasserabflussrichtung sind und der Hochzug sicher angeschlossen ist (z.B. durch eine provisorische Verklebung).

Produkte

Vor Einbau des AMCO Primo Anschlagpunktes ist die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion zu überprüfen. Ebenfalls ist die Eignung des Untergrundes für den jeweiligen Anschlagpunkt abzuklären. Die technischen Bestimmungen sind einzuhalten.
Die Montage muss anhand der Gebrauchsanleitung erfolgen. Bohrungen etc. müssen exakt wie beschrieben durchgeführt werden. Es sind nur die mitgelieferten und geprüften Befestigungsmittel zu verwenden. Ringschrauben sind mit einer Schraubensicherung zu fixieren.
Einzelpunkte sind mit einem Randabstand von mindestens zweieinhalb Meter zur Absturzkante und einem Abstand von siebeneinhalb Meter zwischen den Punkten zu montieren.

Das AMCO Primo line Seilsystem wird auf die AMCO Primo Anschlagpunkte montiert. Es sind nur Haltepunkte mit Fußplatte für das Seilsystem geeignet. Das Edelstahlseil (6 mm für ein nicht überfahrbares System, 8 mm für ein überfahrbares System) wird anhand der Montageanleitung mit dem mitgelieferten Befestigungsset montiert. Wichtig ist, dass das Seil ordentlich in den Gabelterminal und den Seilspanner geführt wird und mittels der Gegenmutter und dem Schlitzkegel fest verbunden wird. Der Kraftabsorber und das Spannelement (drei Zentimeter vorgespannt) müssen zwingend in das System mit  eingebaut werden. Die Kurven und überfahrbaren Köpfe sind entsprechend der Einplanung zu montieren. Es dürfen nur die mitgelieferten Komponenten verwendet werden.

Vor jeder Benutzung ist die Schutzausrüstung durch den Benutzer auf ordnungsgemäßen Zustand und fehlerlose Funktion zu prüfen. Sollten klar erkennbare Beschädigungen vorhanden sein, darf das System nicht verwendet werden. Die Schutzausrüstungen sollten nach Bedarf, allerdings mindestens einmal im Jahr durch einen Sachkundigen geprüft werden. Diese Kontrolle ist wesentlich, da die Sicherheit des Benutzers von der Wirksamkeit und Haltbarkeit der Anschlageinrichtung abhängt.
Vor jeder Benutzung sind Haken, Auffanggurt, Verbindungsmittel entsprechend ihrer Gebrauchsanleitung zu prüfen. Sollten Zweifel hinsichtlich des sicheren Zustandes auftreten oder nach einem Absturz, darf die Ausrüstung nicht mehr weiter eingesetzt werden. Bevor die Befestigung mit dem Karabinerhaken erfolgt, überprüfen Sie bitte, ob er richtig und fest geschlossen ist.

Produkte